2. Widersprüche in uns ~ Wir finden die Widersprüchlichkeiten auch im privaten Leben, in uns. Wir wollen z.B. bedingungslos geliebt werden und brauchen doch soviele Bedingungen, damit unsere Liebe ins Fließen kommt. Oder wir wissen was uns gut tut, und tun doch das Gegenteil. Ich fühle mich manchmal wie ein Hamster im Laufrad, der umso schneller läuft, je mehr er merkt dass er nicht voran kommt. Und dann - es erscheint mir immer wieder wie ein Wunder - gelingt es mir innezuhalten, und die Welt sieht mit einem Schlag ganz anders aus. Ich frage mich dann, wofür ich mich eigentlich die ganze Zeit abgestrampelt habe. Und wenn ich mich umschaue, dann sehe ich viele weitere Hamsterräder in Bewegung. Es kann schockieren, das ganze Ausmaß dieses Hamster-Wahns zu besichtigen. Und was tun wir oft vor lauter Schreck? Wir laufen wieder weiter, um endlich da rauszukommen...  
3. Innehalten - der Kontakt zum Sein ~ Wenn wir dann doch mal länger innehalten merken wir vielleicht, was uns so ruhelos antreibt. Vielleicht ein diffuses Unbehagen, ein Schmerz, oder einfach ein Widerstand, genauer hinzuspüren. Das können Symptome dafür sein, dass wir wenig in unserem Sein zuhause sind. Wir müssen immer tun. Wir spüren kaum den Boden unter den Füßen, der uns trägt. Wir hängen sozusagen in der Luft, haben Angst loszulassen und uns hinzugeben, denn wir könnten ins pure Nichts hineinfallen. "Existenzgründung", "Ich-AG", was für deutliche Wortschöpfungen. Wir glauben unsere Existenz und unser Ich neu erst erschaffen zu müssen. Wenn wir hier tiefer gehen entdecken wir oft eine unermessliche Angst und einen tiefen Schmerz, so getrennt von unserem Wesen zu sein. Wir tun vieles, um das nicht zu spüren. Uns fortgesetzt gegenseitig Schmerz und Leid zuzufügen, vom Beziehungsfrust bis zum Glaubenskrieg, ist anscheinend erträglicher als den eigenen Schmerz der verlorenen inneren Heimat, die Qual mangelnder Geborgenheit in unserer Existenz zu spüren. Und vielleicht sind alle Kriege ein Hinweis auf diesen Schmerz.  
Es braucht Mut, sich den inneren wie äußeren Widerspüchlichkeiten zu stellen, innezuhalten und zu erforschen, was darunter verborgen liegt. An der Oberfläche finden wir keine Lösung, auch wenn unser Verstand unermüdlich weiter daran arbeitet. Es ist der unmittelbare Kontakt mit unserem Sein, der alles verändert. Und wie kommen wir dahin? Indem wir zunächst mal alles so sein lassen - und es dabei auch mit allen unseren Sinnen spüren - wie es ist. Und dem Verstand erlauben zu protestieren, denn für den macht das überhaupt keinen Sinn. Auch das darf so sein. Vielleicht hast du erlebt, wie z.B. ein Beziehungsstreit sich plötzlich auflösen kann, wenn du dich auf diese tiefere Ebene einläßt. Wie aus tiefster Trauer, wenn wir ganz eintauchen, Freude und Zuversicht erwachsen können. Wie Wut sich in Kraft verwandelt, und Angst in ein vibrierendes Anwesend-Sein in der zutiefst unsicheren und doch so erfüllenden Magie des Augenblicks. Es ist erstaunlich, wie bereitwillig wir das alles wieder vergessen, wieder ins Hamsterrad einsteigen. "Auf Geht´s!? ... bis uns wieder etwas erinnert. Vielleicht ein Vogel, der zwitschert, ein herzlicher Gruß, ein liebevoller Blick, eine unerwartete Umarmung, vielleicht dieser Newsletter in diesem Moment. Manche erleben es auf die harte Tour, werden krank, verlieren ihren Partner oder ihre Arbeit - und plötzlich ist sie da, die Lücke im Getriebe des Tuns. Und was es auch sei, alles und jedes kann uns erinnern innezuhalten und für einen Moment nach Hause zu kommen.  
4. Raum für die Innere Arbeit ~ Was immer auch das Thema unserer Workshops und Trainings sein mag, Innehalten und nach Hause kommen, Loslassen und Entspannen in das unmittelbare Sein, ist die Basis unserer Arbeit. Auch in den Gruppen haben wir mit den Widersprüchen zu tun. Gerade am Anfang einer Gruppe ist es für mich oft schwer auszuhalten, wie groß die Sehnsüchte nach bedingungslosem Angenommen-Sein sind und zugleich wie mächtig noch die Stimmen des inneren Kritikers, der erstmal abchecken muss, ob hier auch alles okay ist. Wenn ich gerade im Hamsterrad sitze glaube ich, ich muss etwas tun, ich muß dafür sorgen, dass Vertrauen entsteht und sich jeder und jede sicher fühlt. Und dann atme ich durch, und erinnere mich, dass ich zwar einiges tun kann, dass es in letzter Instanz aber niemand für mich tun konnte und ich es auch für niemand anderen tun kann und darf. Jeder findet seinen eigenen Weg, sein eigenes Tor in die eigene Wesens-Heimat. Und ein Workshop ist vor allem ein Raum und eine Zeit, innezuhalten und sich zu erinnern. Jede und jeder für sich, und genau darin alle verbunden, verbunden im Sein.
Hier noch einige aktuelle Seminar-Ankündigungen: Das nächste Tantra Jahrestraining beginnt am 21.-25. April und es gibt noch freie Plätze. Wir lieben das Tantra Jahrestraining, weil wir darin viel Zeit haben zu wachsen. Wir gehen gemeinsam durch die Höhen und Tiefen unserer Erfahrungen hindurch und erleben die Einzigartigkeit, in der sich das Erfahrene im Leben und Alltag jedes und jeder Einzelnen auswirkt und manifestiert. Vielleicht ist dies auch ein Jahr für dich, dich auf eine tiefe Reise zu Liebe, Intimität und zum Sein einzulassen. Mehr zum Training: http://www.art-of-being.de/jahrestraining.phtml  
Link zu Inmitten der Widerspüche - Innehalten